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	<title>Agrarwirtschaft Archive &#8902; Das Garten- und Agrarmagazin</title>
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	<description>Pflanzen, Terrasse, Teichtechnik und mehr</description>
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		<title>Ökologische Landwirtschaft vs. konventionelle Landwirtschaft</title>
		<link>https://erlebnisgaertnerei.com/oekologische-landwirtschaft-vs-konventionelle-landwirtschaft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Sep 2021 09:37:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Agrarwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Bio-Produkte boomen in Deutschland, denn alles was Bio ist, erfreut sich hierzulande eines hervorragenden Rufes. Bio-Landwirten eilt der Ruf voraus, dass sie mit ihren Bewirtschaftungsflächen und Tieren umwelt- und klimafreundlicher, und auch achtsamer umgehen würden ... <a title="Ökologische Landwirtschaft vs. konventionelle Landwirtschaft" class="read-more" href="https://erlebnisgaertnerei.com/oekologische-landwirtschaft-vs-konventionelle-landwirtschaft/" aria-label="Mehr zu Ökologische Landwirtschaft vs. konventionelle Landwirtschaft">Weiterlesen...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Bio-Produkte boomen in Deutschland, denn alles was Bio ist, erfreut sich hierzulande eines hervorragenden Rufes. Bio-Landwirten eilt der Ruf voraus, dass sie mit ihren Bewirtschaftungsflächen und Tieren umwelt- und klimafreundlicher, und auch achtsamer umgehen würden als die mit konventionellen Methoden arbeitenden Landwirte. Ob die ökologische Landwirtschaft vor der konventionellen immer die Nase vorn hat, und worin die Unterschiede zwischen beiden landwirtschaftlichen Formen liegen, ist hier zu erfahren.</em></p>
<h2>Die konventionelle Landwirtschaft im kurzen Überblick</h2>
<p>Die konventionelle Landwirtschaft ist in erste Linie auf Effizienz ausgelegt. Das heißt, dass der konventionelle Landwirt möglichst hohe Erträge an Marktfrüchten, also an landwirtschaftlichen Produkten, mit möglichst wenig Einsatz erwirtschaften möchte. Deshalb pflanzt er seine Ackerfrüchte in der Regel in engeren Abständen als der Bio-Landwirt. Auch verkürzt er die Fruchtfolge gegenüber dem ökologischen Modell.</p>
<p>Konventionelle Landwirte sind darüber hinaus häufig auf Monokulturen spezialisiert, da diese höhere Erträge versprechen. Gentechnisch veränderte Pflanzen sind für die konventionelle Landwirtschaft zudem kein Fremdwort. Beim Schutz vor Pilzen, Insekten und Unkraut verwendet man vor allem chemisch-synthetische Mittel &#8211; das sind Pestizide, Fungizide oder Herbizide.</p>
<p>Vieh wird im Rahmen der konventionellen Landwirtschaft oftmals ausschließlich im Stall, also ohne Freigangmöglichkeit, gehalten. Auch haben die Tiere im Stall meist wenig Platz. Damit das auf engem Raum beieinander stehende Vieh sich durch den Platzmangel, und dadurch aufkommenden Stress, nicht gegenseitig verletzt, kupieren konventionelle Landwirte häufig Schnäbel und Schwänze der Tiere. Kühen werden die Hörner entfernt um Verletzungsgefahren vorzubeugen.</p>
<p>Weiterhin werden in der konventionellen Landwirtschaft vermehrt große Maschinen zur Bewirtschaftung von Ackerbauflächen verwendet. Diese sind im Betrieb nicht immer umwelt- und klimafreundlich. Damit die Pflanzen schneller wachsen werden oftmals künstliche Dinger benutzt, die aus Stoffen wie Kalium, Phosphor oder Stickstoff bestehen.</p>
<h2>Die ökologische Landwirtschaft im kurzen Überblick</h2>
<p>Die ökologische Landwirtschaft arbeitet in vielen Punkten anders, als die konventionelle. Gentechnisch veränderte Pflanzen sind hier beispielweise tabu. Alle Marktfrüchte sollen nachhaltig und in ökologisch vertretbarer Form hergestellt werden.<br />
Zum Schutz vor Insekten und weiteren Schädlingen werden demnach natürliche Stoffe benutzt. Zum Beispiel Kupfer, Bienenwachs, Schwefel und Pflanzenöl. Außerdem setzen ökologische Landwirte auf ein sich selbst regulierendes System zur Schädlingsbekämpfung. Sie setzen also Nützlinge auf die Schädlinge an. Nützlinge wie Schlupfwespen und Marienkäfer entfernen auf ganz natürliche Art und Weise Schädlinge wie die Blattlaus, oder den Apfelwickler.<br />
Damit von vorneherein weniger gedüngt werden muss entscheiden sich Bio-Landwirte für robuste Pflanzensorten, und gönnen ihren Böden mehr Verschnaufpausen. Dadurch werden die Anbauflächen weniger ausgelaugt und beinhalten von Grund auf mehr Nährstoffe. Die Pflanzen ziehen somit nahezu alles, was sie zu einem kräftigen Wachstum benötigen, aus dem Boden, weshalb Nährstoffe nicht mehr in hohem Maße künstlich in den Boden eingebracht werden müssen. Die wenigen Dünger, die verwendet werden, bestehen aus organischen Stoffen. Mist, Kompost und Dung sind hier die Klassiker.<br />
Viele Bio-Bauern setzen auf einen intelligenten hofeigenen Kreislauf von Marktfrüchten. Es wird lediglich so viel Vieh gehalten, wie mit den eigenen pflanzlichen Erzeugnissen des Hofes gefüttert werden kann. Der Kuhdung wird im Gegenzug als Dünger auf dem Feld verwendet. Dadurch entstehen autarke Hofversorgungssysteme.<br />
Die Tierhaltung führen ökologisch arbeitende Landwirte in artgerechter Art und Weise durch. Die Tiere sind keine reinen Stalltiere, sondern haben regelmäßigen Auslauf. Sie stehen im Stall außerdem nicht so eng beieinander wie bei der konventionell geführten Tierhaltung. Das Kupieren von Schnäbeln und Schwänzen ist im Rahmen der ökologischen Landwirtschaft verboten. Gefüttert wird mit biologisch hergestelltem Tierfutter, selbst dann, wenn der eigene Betrieb auf Tierhaltung spezialisiert ist und keine eigenen Futterpflanzen angebaut werden. Erkrankte Tiere werden zudem mit Naturheilmitteln und nicht mit chemischen Medikamenten behandelt.</p>
<h2>Direkte Auswirkungen auf das Klima durch Viehhaltung und Ackerbau im Vergleich</h2>
<p>Wie zu sehen ist, entscheiden sich der ökologische und der konventionelle Ansatz der Landwirtschaft in zahlreichen Punkten. Was dies detailliert bedeutet und welcher Ansatz letztendlich besser ist, soll nun dargestellt werden. Dabei werden konkrete Aspekte unter die Lupe genommen. Zunächst die möglichen Auswirkungen der Landwirtschaftsformen auf das Klima.</p>
<p>Die Landwirtschaft ist verantwortlich für einen hohen Ausstoß an Treibhausgasen. Dabei steht der Ausstoß von Kohlendioxid, Methan und Lachgas im Fokus. Alle genannten Gase tragen zur Klimaerwärmung bei. Methanemissionen sind eng mit der Viehwirtschaft verknüpft. Durch den Verdauungsprozess produzieren Rinder, Schweine oder Schafe Methan. Lachgas entsteht als Nebenprodukt von mineralischer Stickstoffdüngung auf Äckern und Feldern. Grünfutter ist für den Verdauungstrakt der Tiere bekömmlicher. Während des Verdauungsvorgangs werden weniger Methangase produziert und von Tieren ausgestoßen.<br />
Setzt man beide Landwirtschaftsformen zueinander in Vergleich ist ersichtlich, dass die ökologische Landwirtschaft bei der Produktion von Marktfrüchten insgesamt weniger Klimagase produziert, als die konventionelle. Beim Bio-Landbau wird auf Mineraldünger verzichtet, weshalb die Lachgasemissionen deutlich niedriger liegen, als beim konventionellen Landbau. Auch die Methanproduktion ist bei der ökologischen Landwirtschaft niedriger. Der Grund dafür ist, dass das Vieh hier mit einem höheren Anteil an Grünfutter gefüttert wird. Konventionelle Betriebe verfüttern häufig Kraftfutter auf das Bio-Bauern verzichten.<br />
Sowohl beim Ackerbau als auch bei der Viehhaltung schneidet die ökologische Landwirtschaft besser ab als die konventionelle.</p>
<h2>Indirekte Auswirkungen auf das Klima im Vergleich</h2>
<p>Um ein komplettes Bild hinsichtlich der Emissionsrate in der Landwirtschaft zu erhalten, muss auch der Ausstoß an indirekten Treibhausgasen näher betrachtet werden. Dadurch nämlich, dass ökologisch arbeitende Landwirte eine höhere Ackerfläche benötigen, um die gleiche Menge an Marktfrüchten zu produzieren, steigt hier die Emissionsrate im direkten Vergleich. Dasselbe gilt für die Viehzucht. Bio-Bauern halten weniger Vieh auf der gleichen Fläche, da sie den Tieren jeweils mehr Platz gewähren.<br />
Dies trübt das positive Bild der ökologischen Landwirtschaft hinsichtlich der Klimabilanz ein wenig. Insgesamt gesehen handelt es sich aber dennoch um die klimaschonendere Art der Landwirtschaft. Die meisten Emissionen in diesem Bereich gehen auf die Viehwirtschaft zurück. Dabei ist es egal, ob es sich um ökologische oder konventionelle Landwirtschaft handelt.</p>
<h2>Die Auswirkungen auf Grundwasser und Böden im Vergleich</h2>
<p>Für jeden Landwirt sind seine Böden ein wertvolles Gut. Denn ist die Anbaufläche für Marktfrüchte ausgelaugt oder geschädigt, gehen die Erträge deutlich zurück. Darüber hinaus sind Verunreinigungen dringend zu vermeiden. Durch Überdüngung der Böden im Rahmen der konventionellen Landwirtschaft entstehen dennoch häufig Boden- und Grundwasserverunreinigungen.<br />
Durch die Überdüngung der Böden mit mineralischen Düngern lagert sich gegebenenfalls zu viel Nitrat in den Böden ab. Die ökologische Landwirtschaft düngt auch, und auch daraus entstehen Nitratablagerungen. Allerdings ist der Nitratanteil geringer, wenn mit Dung oder Mist gedüngt wird. Die Reduzierung des Nitrat- und des ebenfalls schädlichen Stickstoffanteils in Böden und Grundwasser liegt bei fast 30 Prozent.</p>
<h2>Die Auswirkungen des Einsatzes von Pestiziden</h2>
<p>In der konventionellen Landwirtschaft ist der Einsatz von Pestiziden zum Schutz der Erträge vor Pilzen, Insekten und Unkraut an der Tagesordnung. In Deutschland dürfen etwa 270 verschiedene Pestizide hierfür verwendet werden. Allerdings greifen die verwendeten Stoffe nicht ausschließlich ihre Hauptgegner, also Unkraut, Pilze und Insekten an, sondern wandern auch in die Böden und von dort in das Grundwasser. Außerdem verbreiten sie sich auch über die Luft.<br />
Auch werden durch Pestizide Pflanzen geschädigt oder ausgemerzt, die zwar für den Ackerbau nicht förderlich sind, jedoch eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten und Vögel darstellen, die rund um die landwirtschaftlichen Anbauflächen leben. Dadurch finden diese weniger Nahrung und die Bestände werden minimiert. Besonders hart trifft dies Bienenbestände.<br />
Der Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden ist in der ökologischen Landwirtschaft verboten. Hier werden biologische Pestizide benutzt, die aber ebenfalls Böden, Grundwasser sowie Insekten und Vögel schädigen können. Positiv ist hier herauszuheben, dass insgesamt weniger Pestizide verwendet werden müssen, da der ökologische Landbau Pflanzensorten verwendet, die insgesamt robuster sind, und deshalb weniger durch Pestizide geschützt werden müssen. Deshalb gilt unter dem Strich, dass der ökologische Landbau an dieser Stelle wesentlich vertretbarer für die Umwelt ist als der konventionelle.</p>
<h2>Tierhaltung im Vergleich</h2>
<p>Bio-Bauern halten viel von artgerechter Tierhaltung. Wer sich als Bio-Viehbauer bezeichnen möchte, muss deshalb viele Richtlinien und hohe Standards einhalten. Schlachtvieh darf zum Beispiel nur über kurze Distanzen transportiert werden. Und auch beim Futter soll auf kurze Wege gesetzt werden. Am besten ist die Versorgung der Tiere mit Futter aus hofeigener Produktion, Importe aus Übersee sind zu vermeiden.<br />
Auch die Ausscheidungen der Tiere stehen bei der ökologischen Landwirtschaft im Blickpunkt. Um Stickstoffüberschuss, der sich schädlich auf Böden und Grundwasser auswirkt zu vermeiden, ist die Anzahl der Tiere, die pro Hektar gehalten werden dürfen streng reglementiert.<br />
Auf den ersten Blick sieht dies nach einem positiven Fazit für die ökologische Landwirtschaft aus. Dies ist jedoch nur unterfüttert, wenn Bio-Bauern ihr Vieh grundsätzlich wertschätzen und gut behandeln. Andernfalls verpufft der positive Effekt. Das Vieh gut behandeln können übrigens auch konventionelle Landwirte. Auch wenn ihr Vieh weniger Platz im Stall zur Verfügung hat. Hier kommt es also viel auf den Einzelfall an.</p>
<h2>Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen</h2>
<p>Was den Nährstoffgehalt ökologische angebauter Lebensmittel im Vergleich mit herkömmlich produzierten Marktfrüchten betrifft, gibt es nur leichte Unterschiede. Bio-Produkte können einen leicht höheren Vitamin- oder Eiweißgehalt haben, müssen aber nicht.<br />
Anders sieht es bei den Pestiziden aus. Hier weisen Bio-Lebensmittel wesentlich weniger Rückstände auf als konventionell produzierte Lebensmittel. Das bedeutet nicht, dass Lebensmittel aus konventionellem Anbau schädlich oder gar giftig für den menschlichen Organismus wären. Die EU-Richtlinien, an die sich Produzenten halten müssen, reglementieren nämlich die Höchstwerte an Pestizidrückständen, die Lebensmittel enthalten dürfen.<br />
Dennoch haben viele Verbraucher ein besseres Gefühl, Obst und Gemüse, das unter Einsatz biologischer Pestizide angebaut wurde, zu sich zu nehmen.</p>
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		<title>Die Macht des Handels gegenüber den Bauern</title>
		<link>https://erlebnisgaertnerei.com/die-macht-des-handels-gegenueber-den-bauern/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Sep 2021 09:23:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Agrarwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Nachfrage beeinflusst das Angebot &#8211; genau dieser Fakt bedingt, dass die Landwirte in Deutschland stark davon abhängig sind, welche Preise der Handel aktuell zu zahlen bereit ist. Als Produzent haben die Landwirte kaum einen ... <a title="Die Macht des Handels gegenüber den Bauern" class="read-more" href="https://erlebnisgaertnerei.com/die-macht-des-handels-gegenueber-den-bauern/" aria-label="Mehr zu Die Macht des Handels gegenüber den Bauern">Weiterlesen...</a></p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Nachfrage beeinflusst das Angebot &#8211; genau dieser Fakt bedingt, dass die Landwirte in Deutschland stark davon abhängig sind, welche Preise der Handel aktuell zu zahlen bereit ist. Als Produzent haben die Landwirte kaum einen Einfluss auf die Entwicklung der Preise.<br />
Wollen die großen Discounter die Kosten für Lebensmittel senken, bleibt den Produzenten oftmals keine andere Wahl, als die Gegebenheiten anzupassen. Das hat nicht selten Auswirkungen auf die Qualität der Lebensmittel und die finanzielle Sicherheit der Bauern sowie ihrer Familien.</em></p>
<h2>Der Lebensmittelhandel besitzt eine große Marktmacht</h2>
<p>In der Regel sind es nicht die kleinen Läden an der Ecke, welche den Bauern die Preise regelrecht diktieren, sondern die großen Ketten. Gerade in Deutschland ist der Anteil an Discounter sehr hoch. Diese möchten sich wiederum mit den Preisen für ihre Waren überbieten, um jeweils größere Marktanteile als die Konkurrenten zu sichern.<br />
Verbraucher vergleichen die Preise für Obst, Gemüse, Milcherzeugnisse und von vielem mehr vor dem Einkaufen. Gekauft wird dort, wo der Preis pro Kilogramm gerade am günstigsten ist. Hier möchte natürlich jeder Markt genau der sein, der gerade unwiderstehliche Angebote hat. Kurzum: Je kleiner der Preis, desto höher der Umsatz.<br />
Der Gewinn hängt wiederum davon ab, welche Einkaufspreise man mit den Bauern aushandeln kann. Weil die Discounter einer der größten Abnehmer für die angebauten Lebensmittel sind, haben die Landwirte hier kaum etwas entgegenzusetzen.<br />
Nimmt ihnen Discounter x nichts mehr ab, bleiben Sie auf den Lebensmitteln sitzen. Werden diese schlecht, haben sie gar keinen Gewinn. Daher beugen sie sich dem Preisdiktat in vielen Fällen.</p>
<h2>Was passiert, wenn Fleisch, Milch, Gemüse und Co. immer billiger werden</h2>
<p>Auf den ersten Blick profitieren alle &#8211; Verbraucher, Lebensmittelmärkte und die Gastronomie als Großabnehmer &#8211; von den günstigen Preisen. Doch weil die Bauern unweigerlich einen Gewinn erwirtschaften müssen, um zu überleben, zahlen am Ende doch alle für billige Lebensmittel.<br />
Die Landwirte können zum Beispiel nur wenig Rücksicht auf das Wohl der Nutztiere nehmen. Wenn Milch, Eier und Fleisch wenig kosten, müssen die Landwirte große Mengen mit kleinem Aufwand produzieren. Darunter leiden zum Beispiel die Milchkühe, welche auf sehr kleinem Raum gehalten werden und das billigste Futter bekommen.<br />
Nicht nur das Wohl der Nutztiere ist gefährdet, sondern auch die Gesundheit der Verbraucher. Landwirte, die einen guten Gewinn erzielen, können sich eher um hochwertiges Futter für Nutztiere und weniger schädliche Pflanzenschutzmittel bemühen, ohne dabei gleich pleite zu gehen.</p>
<h2>Wenige Unternehmen diktieren die Preise</h2>
<p>Generell ist es ein Problem, dass es nur so wenige große Ketten gibt. Vor allem die großen Ketten sowie Aldi, Lidl, Edeka, Rewe und die Schwarz-Gruppe dominieren in Deutschland den Markt. Kleine sowie mittelständische Unternehmen gibt es kaum, die sich auf den Handel mit Lebensmitteln konzentrieren.<br />
Das bedeutet, dass ein großer Teil der Landwirte nicht den kleinen Shop für frisches Gemüse an der Ecke oder den Marktstand auf dem Wochenmarkt beliefert, sondern die großen Lebensmittelmärkte. Diese nehmen wiederum so große Mengen ab, dass sie günstige Preise verlangen können.<br />
In Deutschland ist vielen Verbrauchern der Preis wichtiger als die Qualität der Lebensmittel. Das wissen die großen Ketten ganz genau. Sie legen ihr Sortiment daher eher auf Kampfpreise aus, als auf eine kleine Auswahl an hochwertigen Lebensmitteln, die aus einem fairen Handel mit den ansässigen Bauern stammen.</p>
<h2>Noch mehr Druck durch Lieferungen aus dem Ausland</h2>
<p>Natürlich haben die Lebensmittelhändler auch die Möglichkeit, frisches Gemüse, Obst und viele tierische Produkte aus dem Ausland zu beziehen. Die Lieferketten wurden mit den Jahren immer flexibler und können inzwischen so günstig genutzt werden, dass sich die Bestellung im Ausland für den Discounter lohnt.<br />
Aus diesem Grund können Händler die Landwirte noch weiter unter Druck setzen. Ganz nach dem Motto: Bietest du mir nicht den günstigsten Preis, kaufe ich im Ausland und du wirst keinen anderen Abnehmer für deine Lebensmittel finden. Das wäre für Landwirte fatal, weil ihre Existenz vom Absatz der Erzeugnisse abhängt. Deshalb verkaufen sie oftmals zu viel niedrigeren Preisen, als sie eigentlich angemessen wären.</p>
<h2>Arbeitsbedingungen im Bereich Landwirtschaft ebenfalls beeinflusst</h2>
<p>Neben der Qualität der Lebensmittel und dem Wohl des Tieres wird noch ein dritter Faktor ungünstig durch das Preisdiktat des Handels beeinflusst. Müssen die Landwirte zu einem sehr niedrigen Kurs verkaufen, sind sie gezwungen, alle laufenden Kosten so niedrig wie möglich zu halten, dazu gehören auch die Kosten für den Lohn.<br />
Viele Landwirte greifen auf die Hilfen aus dem Ausland zurück, weil die Arbeiter für einen sehr niedrigen Lohn bei der Ernte, bei der Schlachtung oder zum Beispiel beim Melken sowie dem Transport helfen. Im Klartext heißt das: Die Arbeitsbedingungen sind schlecht, weil auch hier gespart werden muss. Potenzielle Arbeitsplätze in Deutschland fallen weg.</p>
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		<title>Börsennotierte Argrarunternehmen</title>
		<link>https://erlebnisgaertnerei.com/boersennotierte-argrarunternehmen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Sep 2021 09:12:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Agrarwirtschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aktuell dominieren vier westliche Firmen den Welthandel mit landwirtschaftlichen Produkten. Diese Unternehmen werden als &#8222;ABCD&#8220; abgekürzt. Zu den derzeit wichtigsten Produkten des Welthandels mit landwirtschaftlichen Rohstoffen gehören Mais, Weizen und Sojabohnen. Abhängig von der Nachfrage, ... <a title="Börsennotierte Argrarunternehmen" class="read-more" href="https://erlebnisgaertnerei.com/boersennotierte-argrarunternehmen/" aria-label="Mehr zu Börsennotierte Argrarunternehmen">Weiterlesen...</a></p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><em>Aktuell dominieren vier westliche Firmen den Welthandel mit landwirtschaftlichen Produkten. Diese Unternehmen werden als &#8222;ABCD&#8220; abgekürzt.<br />
Zu den derzeit wichtigsten Produkten des Welthandels mit landwirtschaftlichen Rohstoffen gehören Mais, Weizen und Sojabohnen. Abhängig von der Nachfrage, der Marktsituation, dem Preis und der Qualität werden die Rohstoffe als Nahrungsmittel, Futtermittel oder Agrokraftstoff gekauft. </em></p>
<h2>Die richtungsweisenden Konzerne</h2>
<p>Aktuell sind besonders vier Konzerne im Im- und Export von Agrarrohstoffen erfolgreich. Bei diesen Unternehmen handelt es sich um Archer Daniels Midland, Bunge, Cargill sowie um die Louis Dreyfus Company. Die vier Unternehmen werden in Fachkreisen häufig als &#8222;ABCD&#8220; oder &#8222;ABCD-Gruppe&#8220; bezeichnet. Bei den drei erstgenannten Konzernen handelt es sich um amerikanische Unternehmen, bei der Louis Dreyfus Company um ein Unternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam in den Niederlanden.</p>
<p>Die Unternehmen, die zur ABCD-Gruppe gehören, sind sehr gut informiert über Ernten, Währungsschwankungen, Preise, Wetterprognosen und weltweite politische Entwicklungen. Täglich analysieren die Finanzexperten der Konzerne neueste Informationen aus den Anbaugebieten.<br />
Alle vier Unternehmen haben eigene Tochterunternehmen gegründet, welche den Handel mit Agrarrohstoffen risikolos gestalten. Die Geschäfte der Tochterunternehmen sind primär auf spekulative Geschäfte an den internationalen Warenterminbörsen ausgerichtet.<br />
Alle Konzerne wurden zwischen 1818 und 1902 gegründet. Bis auf Archer Daniels Midland befinden sich noch immer alle Unternehmen im Familienbesitz. Die Unternehmen handeln und transportieren. Darüber hinaus verarbeiten sie auch viele Rohstoffe. Die Unternehmen verfügen über Hochseeschiffe, Eisenbahnen, Häfen, Raffinerien, Ölmühlen, Silos und Fabriken. Ihr gemeinsamer Anteil am Weltmarkt liegt aktuell bei rund 70 %. Cargill ist Marktführer, danach folgend ADM, Dreyfus und Bunge.<br />
In den letzten Jahren hat der staatliche Getreidehändler Cofco aus China die ABCD-Gruppe als Hauptaufkäufer von brasilianischem Soja und Mais überholt. Der Anteil der ABCD-Gruppe an den Getreideexporten des Landes sank binnen kürzester Zeit von 46 % auf 37 %. Auf Cofco entfielen aus dem Stand 45 %.</p>
<p>Auch ein russisches Unternehmen mischt seit ein paar Jahren ganz oben mit: 2015 nahm der Getreidehändler RIF eine Spitzenposition unter den Exporteuren ein. Das im Jahr 2010 gegründete Unternehmen mit Sitz im russischen Rostow am Don verdrängte die drei bis dato größten Händler Glencore (Schweiz), Cargill (USA) und Olam (Singapur) von den Spitzenrängen. Der Aufstieg von RIF untermauert die zunehmende Bedeutung Russlands als wichtiger Weizenexporteur sowie die Position Chinas als relevanter Getreideimporteur.</p>
<h2>Investieren in Agrar-Aktien</h2>
<p>Investments in Agrarflächen und Wälder schlagen den regulären Aktienmarkt bei Weitem. Wer keine Ländereien kaufen möchte und sich keine Bewirtschaftung zutraut, kann auf andere Weise als Anleger aktiv werden: In Deutschland gibt es die Möglichkeit, in Aktien zu investieren. Zwar ist die Anzahl der börsennotierten Agrarunternehmen hierzulande noch recht überschaubar, dennoch besteht die Option in diese Branche zu investieren.</p>
<p>Neben steigenden Umsätzen und Gewinnen der Agrarunternehmen wird deren aktueller Erfolg an der Börse auch von einer &#8222;neuen Landlust&#8220; angetrieben. Zahlreiche Investoren sehnen sich nach greifbaren Werten, beziehungsweise Anlegergeldern in den Agrarsektor.<br />
Jeder, der landwirtschaftliche Aktien kauft, investiert in &#8222;harte Sachwerte&#8220; (beispielsweise Ackerland, Ölmühlen, Viehweiden, Silos und Häfen). Im Vergleich zu Investitionen in Währungen, wie dem Euro, dem US Dollar oder dem Yen, sind Investitionen in Agrarunternehmen handfester und vermitteln ein sichereres Gefühl. Währungen können von starken Kursschwankungen betroffen sein, Agraraktien hingegen gelten als stabil und wenig schwankungsanfällig.<br />
Beispielsweise wertete der Euro im Vergleich zu Land deutlich ab: Im Jahr 2005 betrug der Verkaufspreis für einen Hektar Acker- und Weideland in Deutschland noch 8.692 Euro. Nur eineinhalb Jahre später klettere der Verkaufspreis bereits auf durchschnittlich 13.493 Euro. Nominal ist dies ein Plus von 55 %, inflationsbereinigt immerhin noch ein Plus von 47 %.</p>
<h2>Die Marktführer in Deutschland</h2>
<p>Das größte börsennotierte Agrarunternehmen in Deutschland ist derzeit die KTG Agrar. Das Unternehmen bewirtschaftet circa 42.000 Hektar in Deutschland, Litauen und Rumänien.<br />
Eine interessante Alternative zur KTG Agrar ist das Unternehmen Agrarius aus Rumänien. Agrarius besitzt rund 3.4000 Hektar Land.<br />
Auch die Tonkens Agrar gehört zu den größeren börsennotierten Unternehmen aus dem Bereich der Landwirtschaft. Bei der Tonkens Agrar handelt es sich um ein Unternehmen aus Deutschland. Tonkens Agrar besitzt rund 3.000 Hektar Land.</p>
<h2>Globales Investieren</h2>
<p>Wer sich traut, Anteilsscheine internationaler Agrarunternehmen zu kaufen, der wird insbesondere in Neuseeland, Australien und in Nord- und Südamerika schnell fündig. Die Unternehmen in diesen Ländern sind eine ernstzunehmende Konkurrenz zu den deutschen Mitbewerbern. Ihr Marktwert liegt häufig über der magischen &#8222;Milliarden-Dollar-Grenze&#8220;.</p>
<h2>Investieren oder nicht? &#8211; Chancen und Risiken</h2>
<p>Die Aktienkurse der börsennotierten Agrarunternehmen könnten bald steigen. Die Gründe hierfür sind vor allem die steigenden Rohstoffpreise und die große Nachfrage nach landwirtschaftlich nutzbarem Boden. Die Corona Pandemie hat diesen Trend weiter befeuert. Die Investitionen sind trotz bester Prognosen allerdings nicht risikolos: Anleger sind immer den konjunkturellen Schwankungen der Börse ausgeliefert. Sobald der Dax an Wert verliert, fällt auch der Wert von Agrarpapieren.</p>
<h2>Sind Fonds eine gute Alternative?</h2>
<p>So gut wie alle wichtigen Finanzinstitutionen legen offene Agrarfonds auf. Unternehmen und Konzerne aus der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette gehören mit ihren weltweit ausgerichteten Portfolios zu den für Fonds-Entwicklungen relevanten Treibern offener Fonds. Von zentraler Bedeutung sind insbesondere Firmen, die Viehzucht und Ackerbau betreiben, Wälder verwalten und Biokraftstoff produzieren.<br />
Geschlossene Fonds hingegen spezialisieren sich sehr häufig auf einen Sektor. Der Fokus liegt hier meist auf Forstflächen oder Farmen. Sehr selten sind Fonds aus dem Sektor Weinbau. Als Ausnahme kann hier das bayerische Erfolgsunternehmen Grapevault Wein Investments benannt werden.</p>
<p>Sehr breit aufgestellt sind Indexfonds. Diese Fonds spiegeln beispielsweise die Wertentwicklungen einzelner Rohstoffe wider.</p>
<h2>Die Vor- und Nachteile von Fonds</h2>
<p>Genau wie bei Aktien müssen auch bei Fonds die Investoren ihre landwirtschaftlichen Unternehmen nicht selbst verpachten oder bewirtschaften. Auf der anderen Seite haben die Investoren dafür dann auch keinen direkten Zugriff auf ihr Eigentum. Nachteilig für Anleger ist auch, dass diese sich, wenn die Entscheidung auf einen geschlossenen Fonds fällt, über Jahre binden.</p>
<h2>Aktuelle Prognosen</h2>
<p>Agrarrohstoffe und deren Preise folgen immer einem typischen Zyklus: Wenn die Ernten schlechter sind als erwartet, steigen die Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe aufgrund von Knappheit. Anschließend wird in den Folgejahren mehr in Böden, Maschinen, Dünger und Transportwege investiert. Missernten sollen nicht noch einmal das Angebot so sehr verringern, dass es zu massiven Preissteigerungen kommt. Dem wird mit weiteren Investitionen entgegengewirkt.<br />
Aufgrund der zusätzlichen Inventionen kann das Produktionsvolumen gesteigert werden und die Preise normalisieren sich wieder. Abhängig vom genauen Produktionsvolumen können sich die Preise sogar auf einem niedrigeren Niveau einpendeln als vor der Krise. Obwohl die Preise für Agrarerzeugnisse schwanken können, gelten Aktien und Fonds aus dem Sektor Landwirtschaft grundsätzlich als sicher und krisenfest.<br />
Bis allerdings mehr Geld in die Agrarwirtschaft fließt, kann es teilweise mehrere Jahre dauern. In der Zwischenzeit sind insbesondere Menschen, die in Schwellen- und Entwicklungsländern leben, direkt von den steigenden Lebensmittelpreisen betroffen. Wetten und auch Investitionen auf, beziehungsweise in, Agrarrohstoffe werden aus moralischen Gesichtspunkten daher kontrovers diskutiert.</p>
<p>Der Beitrag <a rel="nofollow" href="https://erlebnisgaertnerei.com/boersennotierte-argrarunternehmen/">Börsennotierte Argrarunternehmen</a> erschien zuerst auf <a rel="nofollow" href="https://erlebnisgaertnerei.com">Das Garten- und Agrarmagazin</a>.</p>
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