Elektro, Gas oder Kohle: Welcher Grill passt zum welchen Anspruch am besten?

Gab es früher fast nur Holzkohlegrills, auf denen unsere Väter und Opas einfache Bratwürste grillten (die Oma machte den Kartoffelsalat dazu), ist das Grillen heute fast schon zu einer Religion avanciert. Anteil daran haben sowohl die gesteigerten Ansprüche der Konsumenten als auch die Tatsache, dass es heutzutage eine ungeheure Auswahl verschiedener Grillformen und Modelle gibt. Zeit, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Direkt oder indirekt? Die Grundlagen der „Grillwissenschaft“

Das sogenannte direkte Grillen ist das bekannteste und auch einfachste Grillverfahren. Hierbei wird das Grillgut direkt über die brennenden Kohlen auf den Grillrost gelegt und erhitzt. Damit das Grillgut auf beiden Seiten gar wird, muss man es nach der Hälfte der Grillzeit wenden. Besonders für Steaks, Hamburger oder Koteletts ist die direkte Grillmethode gut geeignet.

Beliebt ist inzwischen aber auch das indirekte Grillen mit einem Kugelgrill. Dieser besteht aus zwei fast gleich großen Hälften. In der unteren Hälfte befindet sich der Kohlenrost, so dass die Kohle nicht direkt am Boden liegt. Die obere Kugelhälfte ist abnehmbar und besitzt spezielle Lüftungslöcher.

Bei der indirekten Grillmethode ist das Grillgut nicht der direkten Glut ausgesetzt. Stattdessen wird eine Schale zum Auffangen des Fettes unter das Grillgut gestellt und das Brennmaterial rechts und links neben dieser Schale aufgehäuft. Der Hitzeanstieg wird durch den Deckel des Grills reflektiert und gart das Fleisch so von allen Seiten gleichmäßig, deshalb braucht man das Fleisch auch nicht zu wenden. Das Grillen dauert zwar etwas länger, jedoch wird das Fleisch viel saftiger und oft butterweich. Besonders geeignet ist diese Methode zum Grillen von Spare Ribs, ganzen Hähnchen oder Braten.

Eine weitere, aus den USA stammende Methode ist das sogenannte Smoken. Hierbei befindet sich das Feuer seitlich in einer speziellen Feuerbox, das Fleisch wird so besonders schonend gegart und erhält einen wunderbar aromatischen Geschmack sowie eine zarte, mürbe Textur.

Wie man sieht, bringt jede Grillmethode ganz eigene Vorteile, aber auch Nachteile mit sich. Man sollte daher die eigenen Wünsche und Anforderungen genau analysieren und sich erst dann nach einem passenden Grillmodell umschauen.

Der klassische Holzkohlegrill

Direktes Grillen ist besonders mit dem Holzkohlegrill beliebt. Bei dieser Methode sollte man jedoch recht viel Zeit mitbringen, denn bis die Kohle zum Grillen bereit ist, dauert es oft eine halbe Stunde. Falls kein Anzündkamin vorhanden ist, sollte man die Kohle zu einem Haufen aufschichten und diesen dann ganz unten anzünden. Sobald sich eine graue Ascheschicht auf der Kohle gebildet hat, ist die Kohle bereit zum Grillen. Es gibt Geräte, die einen Kohlenrost haben, welcher mehr Sauerstoff an die Kohle lässt und eine schnellere Hitzentwicklung bewirkt.

Alternativ zur klassischen Holzkohle können auch Kohlebriketts bzw. eckige oder runde Briketts aus gepresstem Holz (meist Holzfasern bzw. Sägespäne) zum Befeuern des Holzkohlegrills verwendet werden. Sie alle brennen wesentlich länger als einfache Holzkohle, was insbesondere beim Grillen mit vielen Personen ideal ist.

Größter Vorteil beim Grillen mit dem Holzkohlegrill ist der typische Grillgeschmack, den die Holzkohle bewirkt. Nachteil ist die aufwendige Reinigung und die Entstehung von gesundheitsschädlichen Stoffen, falls Fett oder Flüssigkeit in die Glut tropfen.

Der Gasgrill: Sauber und einfach zu benutzen

Der Gasgrill ist im Gegensatz zum Holzkohlegrill sofort einsatzfertig, da er nicht lange aufgeheizt werden muss. Allerdings sind Gasgrills technisch anspruchsvoller und leichter störanfällig. Inzwischen gibt es innerhalb der Kategorie der Gasgrills verschiedene Gerätetypen, zum Beispiel solche, die unter dem Rost mit Lavasteinen oder keramischen Briketts ausgestattet sind, welche das Fett oder andere Flüssigkeiten auffangen, die heruntertropfen. So entstehen wesentlich weniger gesundheitsschädliche Stoffe. Zusätzlich sollte man noch eine Wasserschale unter die Steine zum Auffangen des Fettes stellen.

Einer der Hauptvorteile des Gasgrills ist das einfache Anzünden, welches lediglich wenige Sekunden dauert. Außerdem lässt sich die Hitze sehr einfach variieren, und Gasgrills qualmen so gut wie gar nicht. Größter Nachteil: Leider kann man mit einem Gasgrill nicht den typischen Holzkohle-Grillgeschmack erreichen.

Ist der Einweggrill eine gute Alternative?

Eine schnelle und günstige Alternative zu einem gewöhnlichen Grill ist der Einweggrill. Der Einweggrill besteht aus einer Aluschale, in die die Kohle oder Briketts gelegt und angezündet werden. Anschließend legt man den Rost darüber – fertig ist der Grill! Nach dem Grillen, sobald die Glut erloschen ist, kann man den Einweggrill einfach entsorgen.

Allerdings gibt es Kritik: Der Einweggrill ist nicht gerade umweltfreundlich, daher ist er eher für Gelegenheitsgriller, Fahrradtouren, Camper etc. gedacht. Zudem ist die Grillfläche sehr klein und die Stabilität lässt oft zu wünschen übrig.